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Das Rathaus ist sicherlich eines der ältesten Gebäude in Duchroth. Vermutlich wurde es im 16. Jh. erbaut, darüber gibt es aber keine schriftlichen Unterlagen. 

Im Jahre 1982 erfolgte eine grundlegende Renovierung unter Leitung des Architekturbüros Didion. Auf Grund der baulichen Untersuchung durch die Architekten ist die Bauzeit ins 11. oder 12. Jh. zu datieren. Dies ist wahrscheinlicher, da das Rathaus im gotischen Stil errichtet wurde. Es stammt aus der ältesten gotischen Zeit (Didion). Alle in unserer Umgebung noch vorhandenen Gebäude mit gotischem Baustil sind aus Bruchsteinen und Schiefermaterial erstellt. Rückseite und Giebel sind typisch gotischer Baustil und gut erhalten. Bedauerlich ist, daß zur Straßenseite hin die Fensterflächen vergrößert wurden und die gotische Fassade nicht mehr in der ursprünglichen Form vorhanden ist. Auf der rechten Giebelseite befindet sich im Erdgeschoß ein Rundbogenfenster. Es ist reichlich profiliert und der Schlußstein trägt eine in Stein gehauene Maske. Die noch vorhandene Säule mit dem Unterzug im Eingangsbereich läßt auf einen größeren, nach außen geöffneten, freien Raum schließen. Auf dem Rathaus saß ein Dachreiter, der bis 1894 eine der interessantesten Glocken der Pfalz trug. Die Form derselben ließ auf ein sehr hohes Alter schließen, ebenso die am Schlagrand angebrachte rätselhafte Inschrift: + O A S O + (wahrscheinlich OMNIA AD SALUTEM OMNIUM = Alles zum Heile aller). Die Glocke stammte vermutlich vom Kloster Disibodenberg, dessen sechs Glocken nach der Säkularisation an die Gemeinden, die dem Kloster in alten Zeiten verpflichtet waren, verteilt wurden. Unsere Glocke maß im Kern 68 cm und war aus vorzüglichem Guß. Formverwandt war sie mit einer Glocke aus Aachen, die im Jahre 1261 gegossen wurde. 1894 wurde die Glocke vom Dachreiter heruntergeholt und für wenige Pfennig verkauft, weil sie zersprungen war. Das alte Türmchen auf dem Rathaus riß man nach dem Kriege wegen Baufälligkeit ab.

Das Rathaus hat in seiner langen, wechselvollen Geschichte nicht nur für Sitzungen und Beratungen der Gemeindevertretung und der Vereine gedient, sondern auch als Gefängnis (Fenster mit Eisengittern), Gefangenenlager, Gerichtsgebäude, Schulhaus, Wohnung, Unterschlupf im Kriegsfalle, Materiallager, Unterstellplatz für den Leichenwagen (seitlicher Anbau) und Gemeindebackhaus.

Das Rathaus wurde in den Jahren 1980 bis 1982 grundlegend renoviert und umgebaut. Die Renovierungskosten betrugen etwa 225.000,- Euro.

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